ver.di fordert vollen Einsatz zum Erhalt von Filialen – Galeria Karstadt Kaufhof muss Anker in den Innenstädten bleiben

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Empört hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf Berichte reagiert, wonach Geschäftsführung und Insolvenzverwalter von Galeria Karstadt Kaufhof die Verhandlungen mit den Vermietern der Warenhäuser eingestellt haben. Damit drohe 56 Filialen endgültig die Schließung.

„Nach wie vor legen die Verantwortlichen nicht offen, nach welchen Kriterien sie über die Schließung von Filialen entscheiden. Zudem verweigern sie bisher jegliche Transparenz über den Stand der Verhandlungen mit den Vermietern“, kritisiert Orhan Akman, bei ver.di verantwortlich für den Einzel- und Versandhandel. „Die Beschäftigten haben ein Recht darauf, zu erfahren, auf welcher Grundlage über die Schließungsfilialen und somit über ihre berufliche Zukunft entschieden wird,“ sagte Akman.

Der Sachverwalter von Galeria Karstadt Kaufhof, Frank Kebekus, habe gegenüber dem „Spiegel“ am Wochenende erklärt, man sei noch mit einigen Vermietern in Gesprächen und hoffe, dass am Ende weniger als 50 Standorte schließen müssten. Daran werde man Kebekus messen, kündigt Akman an. Allerdings gebe es Informationen, wonach auch Verhandlungen mit Vermietern abgebrochen worden sein sollen, die dem Unternehmen schon weit entgegengekommen waren. „Wenn ein Vermieter auf einen nicht unwesentlichen Anteil seiner Mieteinnahmen verzichtet, um Galeria Karstadt Kaufhof eine Perspektive zu geben, müssen in Verhandlungen und Gesprächen durch die Geschäftsführung und den Insolvenzverwalter alle Hebel in Gang gesetzt werden, um diese Warenhäuser zu retten“, so Akman.

ver.di fordert einen gemeinsamen Einsatz aller Beteiligten, um auch den Filialen, denen die Schließung droht, weiterhin eine Perspektive zu ermöglichen, die insbesondere den Beschäftigten eine Chance auf
einen Verbleib in ihrem oft seit Jahrzehnten ausgeübten Beruf bietet. „Niemand hat etwas von toten Innenstädten und leerstehenden Warenhäusern. Die Warenhäuser müssen mit neuen Konzepten und Ideen in ihrer Funktion als Anker für die Zentren unserer Städte gestärkt werden“, verlangt Akman. „Wir kämpfen weiter um jede Filiale und jeden Arbeitsplatz!“

ver.di verhandelt an diesem Montag über ein tarifvertragliches Rückkehrrecht der Beschäftigten, die in die Transfergesellschaft wechseln und deren Filialen in der nächsten Zeit doch von der Schließungsliste runterkommen.

(Autor/Quelle: www.verdi.de)

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