Radiofrequente Sicherungsetiketten auf dem Prüfstand

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Etikett ist nicht gleich Etikett: Wer auf eine professionelle Warensicherung setzt, sollte nicht nur die richtige Hardware und Software auswählen. Entscheidend für den Erfolg von Sicherungsmaßnahmen sind auch die verwendeten Etiketten. Und hier gibt es große Unterschiede.

Für eine effektive Warensicherung sind Etiketten unverzichtbar. Jedes Jahr werden schätzungsweise 720 Millionen radiofrequente (RF) Sicherungsetiketten auf den Markt gebracht. Das Prinzip der Sicherung ist einfach: Werden Produkte mit diesen Etiketten ausgezeichnet, schlagen die Sicherungsantennen am Geschäftsein und -ausgang Alarm, sobald ein gesicherter Artikel diese passiert. Wird ein Artikel gekauft, erfolgt die Deaktivierung während des Bezahlvorgangs an der Kasse.

RF-Sicherungsetiketten gibt es in einer Vielzahl an Größen und Formaten. Ob für Schuhe, Lebensmittel, Bekleidung, Drogerieartikel oder Weine und Spirituosen – für nahezu jede Warengruppe ist ein spezielles Etikett am Markt verfügbar. Kleinteilige Kosmetikartikel benötigen beispielsweise kleinformatige Etiketten, die noch dazu das Branding und die Produktinformationen für den Verbraucher nicht verdecken. Bei Bekleidungsartikeln werden die Sicherungselemente womöglich in ein Kartonetikett integriert. Und für Lebensmittel gibt es spezielle Etiketten, die den Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit gerecht werden und sogar für die Verwendung in Mikrowellen zertifiziert sind.

„Doch es gibt noch weitaus mehr Kriterien, auf die Einzelhändler bei der Etikettenauswahl achten sollten“, weiß Dennis Hollmann, Source Tagging Sales Manager Germany & BeNeLux bei Checkpoint Systems. „Um das Potenzial eines Warensicherungssystems wirklich ausschöpfen zu können, kommt es maßgeblich auf die Etikettenqualität an. Doch häufig wird diese nicht in Gänze betrachtet.“

Detektionsrate ist nicht alles
Traditionell im Fokus bei der Auswahl von Etiketten steht neben dem Preis die sogenannte Detektionsrate. Sie gibt u.a. an, wie zuverlässig die RF-Etiketten von den Warensicherungsantennen erkannt werden. „Die Detektionsrate ist für viele Händler das Kriterium“, so Dennis Hollmann. „Doch in der Praxis sind auch weitere Parameter von enormer Bedeutung, damit die Warensicherung nicht nur ermöglicht, Verluste zu vermeiden, sondern auch das Einkaufserlebnis für die Kunden zu steigern.“

Insgesamt gibt es vier zentrale Leistungsindikatoren zur Bewertung von Etikettenqualität. Neben (1) der Detektionsrate sind (2) die Deaktivierungsrate, (3) die Reaktivierungsrate und (4) das Verhalten bei automatischer Applikation besonders wichtig. In einer Studie hat der TÜV Rheinland anhand dieser Indikatoren die Leistung und Qualität von 30 verschiedenen radiofrequenten (RF) Warensicherungsetiketten geprüft.

Fehlalarme vermeiden
Die Deaktivierung dient dazu, das Etikett zu entschärfen. In der Regel erfolgt dies an der Kasse – automatisch während des Bezahlvorgangs. Entscheidend ist hier, dass die Deaktivierung auch dann erfolgreich vollzogen wird, wenn der Artikel schnell und mit einigem Abstand über den Scanner des Kassentischs geführt wird. Die Mitarbeiter an der Kasse wissen in der Regel nicht, ob und an welcher Stelle ein Artikel gesichert ist. Außerdem darf die Abfertigungsgeschwindigkeit an der Kasse nicht gehemmt werden. Wird ein Artikel nicht deaktiviert, löst dieser einen Fehlalarm aus. Und das ist für Kunden wie auch für Mitarbeiter eine unangenehme Situation. Häufige Fehlalarme führen auch dazu, dass das Vertrauen in das System sinkt. Im schlimmsten Fall nimmt den Alarm dann keiner mehr ernst, auch dann nicht, wenn es sich um einen echten Alarm handelt.

Reaktivierung ausgeschlossen?
Unangenehme Fehlalarme sind auch die Folge der sogenannten Reaktivierung. Diese beschreibt die erneute Aktivierung eines Etiketts, nachdem es zuvor während des Bezahlvorgangs bereits deaktiviert wurde. Bei der statischen Reaktivierung werden die Etiketten von selbst wieder „spontan“ aktiviert. Bei der dynamischen Reaktivierung ist sie eine Folge von Bewegung. Die Unterschiede zwischen einzelnen Herstellern sind hier enorm.

Für die Quellensicherung gewappnet
Bleibt noch das Verhalten bei der automatischen Anbringung. Diese ist besonders für jene Händler von Bedeutung, die statt einer manuellen Auszeichnung im Geschäft auf eine maschinelle Etikettierung während des Herstellungs- oder Verpackungsprozesses setzen wollen. Bei der Quellensicherung kann es aufgrund der hohen Geschwindigkeiten u. a. zu elektrostatischer Entladung kommen. Dadurch können die Etiketten funktionsuntüchtig werden. Erst mit einer möglichst hohen Zahl an aktiven Etiketten maximiert sich jedoch der Nutzen, den der Einzelhändler aus seinem Quellensicherungsprogramm ziehen kann. „Einzelhändler und Konsumgüterhersteller verfügen meist nicht über die nötigen Kontrollsysteme, um die Qualität der von ihren Anbietern gelieferten RF-Etiketten zu überprüfen“, so Dennis Hollmann. „Wer
sich jedoch sicher sein will, dass sich die Investition in eine professionelle Warensicherung auch lohnt, der sollte die Qualität und Funktionalität der Etiketten nicht aus den Augen verlieren. Am Ende ist nicht alleine der Etikettenpreis entscheidend, sondern auch, ob das Etikett funktioniert.“

Auf einen Blick:
Leistungsindikatoren zur Bewertung von Etikettenqualität

  1. Detektionsrate: Je höher die Detektionsrate, desto besser und
    zuverlässiger werden die RF-Etiketten von den
    Warensicherungsantennen erkannt. Diese sollen einen Alarm
    auslösen, sobald RF-gesicherte Ware die Antennen passiert.
  2.  Deaktivierungsrate: Je höher die Deaktivierungsrate, desto
    zuverlässiger werden RF-Etiketten während des Bezahlvorgangs
    der Ware an der Kasse deaktiviert. Dieser Vorgang stellt sicher,
    dass ein Kunde das Geschäft verlassen kann, ohne einen Alarm
    auszulösen.
  3. Reaktivierungsrate: Je niedriger die Reaktivierungsrate, desto
    geringer die Wahrscheinlichkeit, dass ein RF-Etikett sich
    reaktiviert, nachdem es zuvor während des Bezahlvorgangs
    deaktiviert wurde.
  4. Verhalten bei automatischer Applikation: Bei der automatischen
    Anbringung kann es aufgrund hoher Geschwindigkeiten u. a. zu
    elektrostatischer Entladung kommen. In der Folge werden die
    Etiketten bereits bei der Anbringung deaktiviert und damit
    funktionsuntüchtig.

Über Checkpoint Systems
Checkpoint Systems ist ein weltweit führender Lösungsanbieter zur Steigerung der Warenverfügbarkeit im Handel, einschließlich der Verlustprävention und der Warensichtbarkeit. Als eine Division von CCL Industries bietet Checkpoint Komplettlösungen an, mit denen Einzelhändler in Echtzeit einen präzisen Überblick über ihr Inventar erhalten, den Lagerumschlag beschleunigen, Out-of-Stock-Situationen vermeiden und Ladendiebstahl reduzieren können. Auf diese Weise sichern sie eine hohe Warenverfügbarkeit und verbessern das Einkaufserlebnis für Konsumenten. Die Lösungen von Checkpoint Systems basieren auf 45 Jahre Erfahrung mit Radiofrequenz-Technologie. Zu den Kernkompetenzen zählen die Sicherung von hochdiebstahlgefährdeten Produkten und die Verlustprävention, RFID-Hardware, Software und umfassende Lösungen zur Markenkennzeichnung, Sicherung und Verfolgung von Waren – von der Herstellung bis zum Verkaufsregal. Durch die Einführung der Lösungen für eine höhere Warenverfügbarkeit können Kunden von Checkpoint sicherstellen, dass ihre Waren am richtigen Ort und zur richtigen Zeit verfügbar sind, wenn der Konsument bereit zum Einkauf ist, und so von zunehmenden Umsätzen und Gewinnen profitieren. Checkpoint engagiert sich auf internationaler und nationaler Ebene in Verbänden, Organisationen und Arbeitsgruppen. In Deutschland zählen hierzu etwa das EHI Retail Institute und GS1 Germany.

(Autor/Quelle: www.checkpointsystems.com)

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