Bis zu 80 Prozent der Kinderspielzeuge sind schadstoffbelastet

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Das Verbraucherportal ExpertenTesten.de hat bereits im September einen aufwändigen Qualitätstest von Kinderprodukten veranlasst. Über ein unabhängiges Chemielaboratorium wurden hierbei 20 verschiedene Baby- und Kleinkinderprodukte unter die Lupe genommen. In einer Studie wurden die eigenen Ergebnisse mit denen der Stiftung Warentest und Ökotest vergleichend zusammengefasst und ausgewertet.
Darunter fielen neben gängigen Spielzeugen auch Produkte des täglichen Bedarfs wie etwa Bettwäsche oder Lätzchen. Es wurde festgestellt, dass rund 50% aller getesteten Spielzeuge und Produkte mit Schadstoffen belastet waren. Besonders schlecht traf es dabei diverse Holzprodukte und auch ein Schnorchelset der Firma Aqualung. In beiden Produkten wurde das kanzerogene Phthalat Diethylhexylphthalat (DEHP) gefunden.
Ein ähnliches Bild ergibt sich bei einer Analyse der Tests von Stiftung Warentest aus den Jahren 2011, 2013 und 2015: 50% – 80% der hier getesteten Spielzeuge waren immens mit Schadstoffen belastet. Besonders auffällig war dabei die Produktkategorie „Puppen“. Neun von elf Puppen waren in der Studie aus 2011 unter anderem mit zinnorganischen Verbindungen und krebserzeugendem PAK kontaminiert. Nichts was man seinem Kind zum Spielen geben möchte. Besonders anfällig für Schadstoffe waren in diesem Zusammenhang Kunststoffe und Kunststofffasern. Beide Materialien werden bei der Produktion von Spielzeugpuppen gerne verwendet. Fasst man alle drei Studien der Stiftung Warentest zusammen, wurden in 66% der getesteten Produkte Schadstoffe nachgewiesen.
Auch Ökotest hat mit Spielzeugklassikern, Schneeanzügen und Spieluhren in den Jahren 2015 und 2016 großflächige Tests durchgeführt. In der Kategorie „Spielzeugklassiker“ war mit 60% der getesteten Produkte immerhin die Mehrheit der Produkte ohne Schadstoffbefund. Die verbleibenden 40% der mit PAK und verschiedenen Weichmachern belasteten Kinderspielzeuge traf auch hier in größten Teilen die Kategorie „Puppen“. Erschreckend ist die Testung der Schneeanzüge. Alle 15 Produkte, die im Rahmen dieser Studie 2015 getestet wurden, waren zum Beispiel mit halogenorganischen Verbindungen oder PVC belastet. Ergo: 100% der getesteten Schneeanzüge sind belastet, wurden von Ökotest aber trotzdem in großen Teilen mit den Noten „befriedigend“ und noch „ausreichend“ bewertet. Ökotest fand in allen drei genannten Studien bei 70% der Produkte Schadstoffe.
Dem Auszug einzelner Testergebnisse ist zu entnehmen, dass die Schadstoffbelastung verschiedener Produkte in ihrer Konzentration über die Jahre hinweg schwankt, aber immer Schadstoffe gefunden wurden.

2013: 53% (Stiftung Warentest)
2015: 79% (Ökotest)
2017: 50% (ExpertenTesten)

Billig ist nicht gleich schlechter
Die vergleichende Meta-Studie von ExpertenTesten.de zeigt: 67 der von ExpertenTesten, Ökotest und
Stiftung Warentest getesteten Produkte befanden sich im Preissegment unter 20 Euro, schnitten aber
nicht zwingend schlecht ab. Im Gegenteil: 21% der günstigen Produkte schnitten mit der Note „Gut“
ab, 45% wurden mit „Befriedigend“ bewertet und den übrigen 34% wurde die Note „Ausreichend“
zuteil.

Höchste Suchanfragen nach Kinderspielzeug im November und Dezember
Die Auswertung der Google-Trends-Analysen der vergangenen drei Jahre hat ergeben, dass 50% der
Suchanfragen des ganzen Jahres nach Kinderspielzeug in den Monaten November und Dezember
stattfinden. Vor allem interessant ist dabei, dass von der ersten Novemberwoche an ein starker
Anstieg generiert wird. Dieser hält bis zur 3. Dezemberwoche an und fällt dann auf den Durchschnitt
der Monate Januar bis Oktober.

(Autor/Quelle: ExpertenTesten.de)

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