Lemke informiert – Teil 2: Die häufigsten Tricks und Betrügereien kennen und erkennen

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Was dem gesamten Einzelhandel seit ca. 2-3 Jahren immer mehr „Sorgen“ bereitet, ist die seit Jahren stetig ansteigende Zahl der Warenbetrügereien. Hier wurden allein in 2016 bereits ca. 300.000 Fälle registriert. Die Verkaufs- und Kassenmitarbeiter sollten (müssen) zumindest die häufigsten Tricks der Diebe kennen und erkennen. Nachfolgend die häufigsten Tricks und Betrügereien, die in letzter Zeit aufgefallen sind. Wenn die häufigsten Tricks allen Mitarbeitern bekannt sind, ist die Chance sehr groß, dass Ladendiebe um ein aufmerksames Geschäft einen „großen Bogen“ machen.

Die einfache und gebräuchlichste Methode in der „kälteren“ Jahreszeit
Die Ware verschwindet direkt in der Einkaufstasche, in großen Manteltaschen oder weiten offenen Jacken. Diese einfache Methode kommt in über 90% der Fälle zum Tragen. Es betrifft die so genannten „Gelegenheitsdiebe“, die heutzutage wieder wesentlich mehr geworden sind, also Täter, die zum ersten Mal „aufgefallen“ sind). Auch „verschwindet“ immer mehr in großen Handtaschen oder Rucksäcken.

Vorbeugung: Mitarbeiter aufmerksam sein und Kunden aktiv ansprechen. Auch die freundliche Begrüßung kann einem möglichen Dieb schon signalisieren, dass er „wahrgenommen“ wurde.

Der „Ablenkungstrick“ mit mehreren Kunden
Es handelt sich dabei um eine Methode, die gerne beim Ladendiebstahl durch mehrere Personen angewandt wird. Während eine Person die Aufmerksamkeit des Verkaufspersonals auf sich lenkt, begehen in der Zwischenzeit die Komplizen den Ladendiebstahl. Oder: Eine Person fragt nach dem Artikel, der nicht im Verkaufsraum, sondern im hinteren Geschäftsbereich bzw. auf Lager vorrätig ist. Dadurch muss das Verkaufspersonal den Verkaufsraum für eine kurze Zeit unbeaufsichtigt lassen, um den Artikel zu holen.

Vorbeugung: Immer Kollegen holen und den Kunden nie allein lassen.

„Teuer gegen Billig“ im Karton
Diese Methode sei an einem einfachen Beispiel erläutert: An der Kasse bezahlt der Kunde eine günstigere Kette für 14,95 Euro. Im Karton befindet sich jedoch eine wesentlich hochwertigere für 80 Euro.

Vorbeugung: Immer an der Kasse die Ware „in die Hand“ nehmen und genau kontrollieren.

„Zupacken“- Trick
Dieser Trick stellt einen Warenbetrug dar, würde man den Vorsatz beweisen können, was leider selten möglich ist. Betrüger bereiten diesen Trick meist in unüberschaubaren Ladenbereichen oder in Nebenräumen (Kundentoiletten, Umkleidekabinen u.a.) vor. Hohlkörper, wie gekaufte Abfalleimer, Plastikkörbe o.ä. werden mit gestohlener Ware aufgefüllt. Dieser Trick wird auch häufig für Kleinartikel (Werkzeuge, Gartenkleinartikel) angewandt.

Vorbeugung: Was tun, wenn der Kassenmitarbeiter einen „versteckten“ Artikel bei der genauen Kontrolle findet?

Die „freche“ Lösung: Den Artikel mit „abscannen“. Bezahlt der Kunde den Zusatzartikel ohne Widerworte mit, dann wissen Sie zumindest, dass er betrügen wollte.

Die „Softlösung“: Sie fragen den Kunden freundlich, ob er das Küchenmesser in der Isolierkanne auch gerne haben möchte.“ Bezahlt er, wissen Sie auch Bescheid und können zumindest ihre Kollegen vor dem unehrlichen Kunden warnen, wenn dieser wieder in das Geschäft kommt. Auch das ist Vorbeugung.

Natürlich kann die Reaktion auch vom Kunden sein, dass er meint, dass ein Messer schon vorher im Karton war. Hier gilt, keine Diskussion anfangen, sondern Artikel beiseitelegen und keine Widerworte geben. Sollte der Kunde versucht haben, uns zu betrügen, wird er es beim nächsten Einkauf wohl nicht mehr versuchen. Der Dieb wird eher nichts sagen, da er froh ist, keine Strafanzeige zu bekommen, da Sie den Diebstahl nicht gesehen und trotzdem verhindert haben.

Der „Einkaufswagen- Trick“
Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht diese Methode: Unter dem Gartenschlauch befindet sich noch eine hochwertige Trennscheibe.

Vorbeugung: Dieser Trick fordert immer mehr die Aufmerksamkeit der Kassenmitarbeiter. Genaue Kontrolle, auch wenn es an der Kasse „voll“ ist.

 

„Der Zusatzkauf“- Trick
Der Dieb stattet die von ihm ausgewählten Artikel, z.B. Elektrogartengeräte, Lampen usw. mit Zusatzartikeln aus, z.B. Glühbirnen oder Batterien, die im Preis nicht mit enthalten sind.

Vorbeugung: Kontrolle und Information an die Kassenmitarbeiter, welche Zusatzartikel wie u.a. Batterien oder Glühbirnen in den angebotenen Verkaufsartikeln mit enthalten sind.

Der „Zeitschrift in Zeitschrift-Trick“
Ein z.B. hochwertiges Motormagazin wird in eine wesentlich günstigere Zeitschrift gesteckt. Sehr beliebt mit kostenlosen Kundenmagazinen, die häufig in einem Geschäft „frei herum liegen“. Besser und „sicherer“ ist es, kostenlose Magazine dem Kunden immer an der Kasse persönlich zu übergeben. Dies hat auch eine höhere Wertigkeit für das Magazin. Auch ein Trick: Grusskarte in Zeitschrift.

Vorbeugung : Ansonsten immer Verkaufsmagazine und Bücher auf „Inhalte“ hin kontrollieren.

Der „Umetikettier- Trick“
Dieser Trick ist strafrechtlich eine Urkundenfälschung, sollte der Betrüger vor Ort „erwischt“ werden. Häufig lassen unachtsame Mitarbeiter Preisauszeichnungsgeräte im Geschäft liegen. Dies kann dann leicht von Betrügern genutzt werden, sich die Preise „selbst zu machen“. Die Preisauszeichner sind heutzutage selbst für Laien leicht zu benutzen. Alle Preisauszeichnungsgeräte in einem Geschäft sollten immer verschlossen und nur für Verkaufsmitarbeiter zugänglich sein. Auch möglich, dass Scanneretiketten einfach vertauscht werden. Wichtig ist zu wissen, dass der Preis am Verkaufsregal eine Preisangabe darstellt und „nur“ der Preis in der Kassenanzeige und auf dem Kassenbon rechtlich gilt.

„Zusammensteck – Trick“
Der Kunde steckt mehrere Einzelartikel mit Einzelpreisen zusammen und „hofft“, nur einen Artikel bezahlen zu müssen. Dieser Trick ist sehr beliebt im Garten-, Tier- und Baumarktbereich. Hier ist immer genau zu kontrollieren und die Artikel an der Kasse einzeln zu scannen.

Vorbeugung: Bei Unsicherheiten immer sofort den Kollegen aus der betreffenden Abteilung fragen.

 

Der „Vertrauenstrick“
Besonders bei den sogenannten „Stammkunden ist diese „Masche“ beliebt.

Beispiel 1: Außenplatzierungen: Der Kunde geht z.B. an die Kasse und sagt, „bitte ziehen Sie mir 5 Säcke vom Streusalz ab“. Der Kunde nimmt dann aber 6 Säcke mit.

Vorbeugung: Immer vom Kunden die Ware zum Vorzeigen an die Kasse bringen lassen oder bei schweren Artikel geht ein Kollege mit.

Beispiel 2: Der Kunde hat einen Mengenartikel, Z.B. 6 Grußkarten. Er gibt dem Kassenmitarbeiter nur eine Karte in die Hand. Der Mitarbeiter vertraut der „angesagten“ Menge des Kunden und zählt nicht nach.

Vorbeugung: Ware in die Hand nehmen und nachzählen.

Der „Kinderwagen- Trick“
Ein Kinderwagen ermöglicht es, eine große Anzahl Artikel zu entwenden. Die Ware wird aus Platzmangel „notwendigerweise“ auf die untere Ablage gelegt. Oft wird dann das Bezahlen der Ware an der Kasse „vergessen“?!

Vorbeugung: Immer aufmerksam bleiben und beobachten, wenn der Vater oder die Mutter auffällig häufig mit Ware in der Hand zum Kinderwagen geht. An der Kasse genau beobachten- auf anhängende Taschen achten und evtl. nachfragen. Auch prüfen, ob ein Kind etwas in der Hand hält.

„Alt gegen Neu- Trick“
Das Geschäft wird mit neuen Schuhen oder Textilien verlassen, während die „alten Treter“ oder die „alte Jacke“ zurückgelassen werden.

Vorbeugung: Sie bieten im Verkaufsraum nur einen Schuh an, der andere wird erst während des Beratungsgespräches aus dem Lager geholt. Für Textilien und Schuhe haben sich elektronische Warensicherungssysteme bewährt.

Der „Helm – Trick“
Der „Kunde“ kommt mit einem Motorrad- oder Schutzhelm in das Geschäft und steckt, wenn er nicht beobachtet wird, Waren in den Helm. An der Kasse wird nur angegeben, was der Kunde in der Hand hält. Ein beliebter Trick für Kleinartikel aller Art.

Vorbeugung: Aufmerksam bleiben und beobachten, wenn es nicht möglich ist, dass der Kunde seinen Helm im Geschäft zur Aufbewahrung abgeben kann.

FAZIT: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig in dem Thema.
Nur so bleiben Mitarbeiter immer sensibel und erkennen rechtzeitig mögliche Diebstähle.

 

(Autor/Quelle: www.lemke-training.de)

 

 

 

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