EU-Konsumklima auf höchstem Stand seit neun Jahren

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EU-Konsumklima auf höchstem Stand seit neun Jahren

Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa für das vierte Quartal 2016

Die Stimmung der europäischen Verbraucher hat sich im vierten Quartal 2016 insgesamt sehr positiv entwickelt. Das GfK Konsumklima für die EU 28 stieg um 5,6 Punkte auf 17,9 Zähler im Dezember. Das ist der höchste Wert seit Januar 2008. Die Einzelindikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung entwickelten sich nicht einheitlich.

Konjunkturerwartung in Europa

Konjunkturerwartung in Europa

Die europaweit beherrschenden Themen im vierten Quartal waren der Krieg in Syrien und der Terror in Europa, die Präsidentschaftswahl in den USA Ende November sowie das weitere Erstarken nationalistischer Parteien und Tendenzen in fast allen europäischen Ländern. Ganz offensichtlich haben sich die Verbraucher jedoch nicht von der negativen Nachrichtenlage anstecken lassen. Es scheint, dass die europäische Bevölkerung zunehmend genau selektiert, welche Themen tatsächlich Einfluss auf ihr tägliches Leben haben. Insofern konnten sich die einzelnen Indikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung weitgehend unbeeindruckt vom Krieg in Syrien, der Entwicklung in der Türkei, den Präsidentschaftswahlen in den USA sowie dem weiter bestehenden Terror in Europa entwickeln. Relevant war vielmehr die Entwicklung wirtschaftlicher Daten in den einzelnen Ländern. So stieg das GfK Konsumklima für die EU 28 seit September um 5,6 Punkte auf 17,9 Zähler im Dezember.

Deutschland: Konjunkturerwartung deutlich gestiegen

Die Konjunkturerwartung der Deutschen hat sich im Herbst sehr positiv entwickelt. Der Indikator lag mit 16,4 Zählern im Dezember auf fast dem gleichen Niveau wie im Juni (18,0 Zähler, höchster Wert des Jahres 2016). Zum Ende des vierten Quartals legte er stark zu und stieg im Vergleich September um 9,6 Punkte.

Dabei profitiert Deutschland von den guten konjunkturellen Vorgaben. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal um 1,7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum, die Arbeitslosenquote lag mit konstanten 4,2 Prozent auf dem niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung.

Diese positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ließen auch die  Einkommenserwartung der deutschen Konsumenten zwischen September und Dezember um weitere 3 Punkte auf 55,6 Zähler steigen. Im November sank der Indikator zwischenzeitlich auf seinen Jahrestiefststand von 44,5 Zählern. Gemessen am Vorjahreszeitpunkt schlägt aber ein Plus von fast 5 Punkten zu Buche. Das Niveau ist als ausgesprochen hoch zu bezeichnen.

Die Anschaffungsneigung konnte ihr hohes Niveau zum Jahresende nicht ganz halten. Der Indikator verlor zwischen September und Dezember 5,3 Punkte. Zum Jahresabschluss stand er damit bei 48,0 Punkten und somit 1 Punkt niedriger als im Vorjahr.

Frankreich: Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung auf Rekordwerten

Die Konjunkturerwartung der Franzosen hat sich im vierten Quartal sehr positiv entwickelt. Die Verbraucher rechnen mit einer deutlich anziehenden Wirtschaft in den nächsten Monaten. So erreichte der Indikator mit 19,8 Zählern im Dezember den höchsten Wert seit August 2007. Zwischen September und Dezember stieg er um 13,0 Punkte. Im Vergleich zum Jahresende 2015 verzeichnete die Konjunkturerwartung in Frankreich ein Plus von 12,6 Punkten.

Einkommenserwartung in Europa

Einkommenserwartung in Europa

Auch die Einkommenserwartung der französischen Konsumenten stieg im letzten Quartal um 4,3 Punkte auf -9,6 Punkte. Das bedeutet zwar eine Steigerung im Vergleich zum Ende des dritten Quartals. Der Indikator liegt aber dennoch 4,7 Punkte niedriger als im Vorjahr. Seit Oktober 2007 gehen die französischen Verbraucher von einer mäßigen Einkommensentwicklung aus, was sich an den negativen Werten des Indikators zeigt. Der Grund hierfür ist sicherlich in der konstant hohen Arbeitslosigkeit, insbesondere der hohen Jugendarbeitslosigkeit, sowie der nicht wirklich in Schwung kommenden Wirtschaft zu sehen.

Die gute Entwicklung der Konjunkturerwartung wirkte sich positiv auf die Anschaffungsneigung der Franzosen aus. Die Bereitschaft der Franzosen zu größeren Anschaffungen stieg im Dezember auf den höchsten Wert der letzten 15 Jahre. Der Indikator stieg im vierten Quartal um 4,2 Punkte und stand zum Jahresende bei 12,9 Zähler. Das sind 17,5 Punkte mehr als im Vorjahr.

Großbritannien: Konjunkturerwartung und Einkommenserwartung erholen sich kaum

Die Konjunkturerwartung der britischen Verbraucher war im Juli mit -28,2 Zählern nach dem Votum für den Brexit zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gesunken und stabilisierte sich erst zum Ende des dritten Quartals. Zwischen September und Dezember ging der Indikator erneut um 9,8 Punkte zurück. Damit lag die Konjunkturerwartung zum Jahresende bei -11,6 Zählern. Das sind 28,2 Punkte weniger als im Vorjahr. Die britischen Konsumenten gehen offensichtlich davon aus, dass sich die Wirtschaft ihres Landes in den kommenden Monaten wegen des Brexit schlechter entwickeln wird. Bisher hatte der angekündigte Brexit allerdings keine spürbaren Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft des Landes. Im dritten Quartal 2016 wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,2 Prozent.

Anschaffungsneigung in Europa

Anschaffungsneigung in Europa

Im Gegensatz dazu stieg die Einkommenserwartung im vierten Quartal um 13,2 Punkte spürbar und lag zum Jahresende bei 3,2 Zählern. Das bedeutet allerdings ein Minus von 3,4 Punkten gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt. Nach der negativen Entwicklung in den Sommermonaten nach dem Brexit-Votum hat sich der Trend des Indikators wieder gewandelt. Positiv beeinflusst wird diese Entwicklung auch durch die niedrige Arbeitslosenquote, die aktuell bei 4,8 Prozent liegt – dem niedrigsten Wert seit dem dritten Quartal 2005.

Den negativen wirtschaftlichen Entwicklungen zum Trotz stieg die Anschaffungsneigung der Briten im vierten Quartal um 8,8 Punkte auf 15,5 Zähler. Der Trend bleibt somit positiv. Im Dezember lag der Indikator rund 5 Punkte über dem Wert des Vorjahreszeitpunkts.

Italiener rechnen mit massiver Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage

Nachdem die Konjunkturerwartung in der ersten Jahreshälfte drastisch zurückging, scheint sie im vierten Quartal die Talfahrt gestoppt zu haben. Der Indikator ist im Vergleich zu September leicht um 2,4 Punkte auf -38,2 Zähler gestiegen. Damit blieb die Konjunkturerwartung der italienischen Verbraucher im vierten Quartal aber tief im negativen Bereich und bildet das Schlusslicht im europäischen Vergleich. Die italienischen Konsumenten gehen offensichtlich davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage in Italien weiter deutlich verschlechtern wird. Im November erreichte der Indikator mit -41,6 Punkten sogar den niedrigsten Wert seit November 2013. Besonders deutlich wird der Zukunftspessimismus durch den Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt. Im Dezember vergangenen Jahres lag die Konjunkturerwartung rund 37 Punkte höher (bei -1,4 Zählern).

Trotz der stark im Negativen notierenden Konjunkturerwartung drehte die Einkommenserwartung im vierten Quartal überraschend in den positiven Bereich. Lag der Indikator im September noch bei -10 Punkten, stieg er zum Jahresende um 13,2 Punkte auf 3,2 Zähler. Damit hat der Indikator den negativen Bereich wieder verlassen. Trotz ihrer pessimistischen Einschätzung in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung rechnen die Italiener offenbar mit konstant bleibenden Einkommen. Dies könnte an der seit eineinhalb Jahren konstant gebliebene Arbeitslosenquote liegen. Die Angst vor neuer Arbeitslosigkeit hat sich in der Bevölkerung somit offenbar etwas abgeschwächt. Die Arbeitslosenquote lag laut Europäischer Kommission das ganze Jahr über konstant bei 11,6 Prozent.

Der Indikator für die Konsumlust der Italiener war im September auf 6,8 Punkte abgestürzt, konnte sich aber im Verlauf des vierten Quartals leicht erholen. Bis Dezember stieg die Anschaffungsneigung insgesamt um 4,8 Punkte auf 11,6 Zähler. Im Vergleich zum Vorjahreswert sind das aber rund 13 Punkte weniger.

Spanische Verbraucher zum Jahresende wieder optimistischer

Die spanische Wirtschaft brummt. Das Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal 2016 um 3,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen. Nachdem die Konjunkturerwartung im Juli mit 11,4 Punkten ihren Jahrestiefpunkt erreicht hatte, erholte sie sich seitdem kontinuierlich. Zwischen September und Dezember stieg der Indikator um 12,1 Punkte auf 24,6 Zähler. Das sind aber noch knapp 27 Punkte weniger als zum Jahresende 2015, als die Konjunkturerwartung der spanischen Verbraucher mit 51,4 Zählern ihren historischen Höchststand erreichte.

Aufgrund der wachsenden Konjunktur gehen die Spanier auch weiterhin von moderat steigenden Einkommen aus. Das dürfte auch an der kontinuierlich sinkenden Arbeitslosigkeit liegen. Im dritten Quartal 2016 lag sie laut Europäischer Kommission bei 19,4 Prozent. Das ist der niedrigste gemessen Wert seit über sechs Jahren (erstes Quartal 2010: 19,3 Prozent). Die Einkommenserwartung erreichte im Dezember 15,5 Punkte und verzeichnete damit einen Anstieg um 6,8 Zähler seit September. Im Vergleich zu Dezember 2015 steht jedoch ein Minus von über 15 Punkten zu Buche.

Die Anschaffungsneigung der spanischen Verbraucher änderte sich hingegen kaum. Für Anschaffungen, die über die täglich notwendigen Dinge hinausgehen, haben die spanischen Verbraucher nach wie vor kaum Geld übrig. Der Indikator ist zum Ende des vierten Quartals um weitere 1,4 Punkte auf -6,3 Zähler gesunken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt bedeutet das ein kleines Plus von 1,6 Punkten.

Portugal: Konjunktur- und Einkommenserwartung auf Rekordhoch

Portugals Wirtschaft wächst leicht, aber kontinuierlich. Die Verbraucher rechnen aber in den nächsten Monaten mit einer deutlich ansteigenden Konjunktur. Der entsprechende Indikator stieg im vierten Quartal um 15,8 Punkte auf 30,6 Zähler. Das ist der höchste Wert seit Februar 1992 (31,8 Punkte). Im Februar 2016 lag der Indikator noch bei 10,3 Zählern.

Dieser Optimismus greift auch auf die Einkommenserwartung über. Zwar ist die Arbeitslosenquote in Portugal nach wie vor sehr hoch. Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre, zeigt sich jedoch in der Statistik der Europäischen Kommission ein stetiger Rückgang. Seit dem zweiten Quartal 2013 ist die Arbeitslosenquote von 17,0 Prozent bis auf 10,9 Prozent im dritten Quartal 2016 gesunken. Im Jahresverlauf 2016 ist das eine Verbesserung von 1,4 Prozentpunkten. Aufgrund dieser Entwicklung rechnen die Portugiesen mit einer weiteren Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt. Die Einkommenserwartung stieg im vierten Quartal um 5,4 Punkte auf 25,5 Zähler. Dies ist der höchste Wert seit Oktober 1995 (26,3).

Im Sog der guten Entwicklung bei der Konjunktur- und Einkommenserwartung entwickelte sich auch die Anschaffungsneigung der Portugiesen positiv. Zwar sind größere Anschaffungen oder Dienstleistungen, die über den täglichen Bedarf hinausgehen, für viele Portugiesen immer noch lange nicht realisierbar, aber der Indikator stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um 23,8 Punkte auf -9,6 Zähler. Das ist der höchste Wert seit November 2003 (-6,3 Zähler).

Niederländische Wirtschaft im Aufwind, Verbraucher sehr anschaffungsfreudig

Die Wirtschaft in den Niederlanden entwickelt sich weiter positiv. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal 2016 um 2,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die Arbeitslosenquote entwickelte sich positiv. Mit 5,8 Prozent lag sie im dritten Quartal 2016 so niedrig wie seit über vier Jahren nicht mehr (zweites Quartal 2012: 5,7 Prozent).

Die niederländischen Verbraucher gehen offensichtlich davon aus, dass die Konjunktur in den nächsten Monaten weiterhin deutlich wachsen wird. Die Konjunkturerwartung stieg im vierten Quartal um 7,5 Punkte auf den Jahreshöchststand von 25,2 Zählern im Dezember. Der Trend zeigt somit seit Juli 2016 stetig nach oben.

Die positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schlagen sich jedoch noch nicht völlig in der Einkommenserwartung nieder. Zwar ist der Indikator von September bis Dezember leicht auf -3,2 Punkte gestiegen. Der Wert der Einkommenserwartung zeigt jedoch, dass die niederländischen Verbraucher mit einer moderaten Einkommensentwicklung in den nächsten Monaten rechnen.

Im Gegensatz dazu lag die Anschaffungsneigung im Dezember mit 22,5 Punkten auf einem guten Niveau. Das bedeutet einen Anstieg um 5,1 Punkte seit September. Im Oktober 2016 erreichte der Indikator mit 23,5 Punkten sogar den höchsten Stand seit Januar 2001.

Belgien: Konjunkturerwartung erholt sich nur langsam

Im Vergleich zu September legte die Konjunkturerwartung in Belgien um 2,3 Punkte zu. Mit lediglich 4,8 Zählern im Dezember notierte der Indikator aber 10,8 Punkte niedriger als zum Vorjahreszeitpunkt. Die belgischen Verbraucher gehen offenbar davon aus, dass die Wirtschaft in den nächsten Monaten lediglich leicht wachsen wird.

Auch die Einkommenserwartung konnte seit September nur leicht zulegen. Der Indikator stieg um 2,2 Punkte auf -13,1 Zähler im Dezember. Dieser Wert zeigt jedoch, dass die Belgier weiterhin von einer schwachen Einkommensentwicklung in den nächsten Monaten ausgehen. Im Vergleich zu Dezember 2015 steht aber immerhin ein Plus von mehr als 3 Punkten zu Buche.

Im Vergleich zur schwachen Konjunktur- und Einkommenserwartung ist die Anschaffungsneigung der Belgier deutlich besser. Im Dezember lag der Indikator bei 16 Punkten. Das sind 1,8 Zähler mehr als im September.

Griechische Verbraucher rechnen mit sinkenden Einkommen

Die nach wie vor schwierige wirtschaftliche und politische Situation in Griechenland zeigte sich im vergangenen Jahr auch bei der Konjunkturerwartung der Verbraucher. Im Mai 2016 lag der Indikator mit -51,6 Zählern so niedrig wie seit Januar 2012 nicht mehr. Danach erholte er sich wieder nach und nach. Zwischen September und Dezember stieg die Konjunkturerwartung zwar um weitere 3,3 Punkte auf -33,8 Zähler im Dezember. Das ist fast der gleiche Wert wie ein Jahr zuvor. Auch wenn der Wert damit nach wie vor extrem niedrig ist, zeigt der Trend insgesamt eindeutig nach oben. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal immerhin um respektable 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Allerdings geht die griechische Bevölkerung weiterhin von einer schwachen Einkommensentwicklung aus. Im Vergleich September fiel der Indikator um 2,6 Punkte auf -40,1 Zähler. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet das ein Minus von 22,1 Punkten. Auch wenn die Arbeitslosenquote im vergangenen Jahr um insgesamt 1,2 Prozentpunkte sank, war sie mit 23,2 Prozent im dritten Quartal noch immer die höchste in Europa. Somit haben die Griechen bisher auch nicht die Aussicht auf mehr Jobs und somit mehr Einkommen.

Die schwachen konjunkturellen Vorgaben schlagen sich auch auf die Anschaffungsneigung der griechischen Verbraucher nieder. Mit -36,1 Zählern im Dezember stieg der Indikator im Vergleich zu September zwar um 6,7 Punkte, notierte aber auf dem gleichen niedrigen Niveau des Vorjahreszeitpunkts. Anschaffungen, die über den täglichen Bedarf hinausgehen, können sich die griechischen Verbraucher somit noch lange nicht leisten.

Österreichs Konjunkturerwartung im Aufschwung

Die Konjunkturerwartung der österreichischen Verbraucher stieg im vierten Quartal um 19,2 Punkte auf 12,0 Zähler und notierte somit zum ersten Mal seit Januar 2014 wieder im positiven Bereich. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt legte der Indikator sogar um 31 Punkte zu. Österreich scheint nach der von Van der Bellen gewonnenen Bundespräsidentenwahl von einer steigenden Wirtschaftsleistung im Jahr 2017 auszugehen. Das BIP legte laut Europäischer Kommission im dritten Quartal um moderate 1,5 Prozent zu, während die Arbeitslosenquote konstant bei 6,1 Prozent lag.

Dieser Aufschwung der Konjunkturerwartung nach der Wahl hatte jedoch keine Auswirkungen auf die Einkommenserwartung. Dieser Indikator erreichte im März 2016 seinen höchsten Wert (36,5 Punkte) seit Beginn der Erhebungen 1995. Seitdem verlor die Einkommenserwartung in Wellen, insgesamt aber kontinuierlich. Im Dezember lag sie mit 19 Zählern 5,4 Punkte niedriger als noch im September.

Auch die Anschaffungsneigung der österreichischen Verbraucher sank im vierten Quartal. Der Indikator verlor im Vergleich zu September 5,3 Punkte und notierte bei 12,6 Zählern. Der Aufwärtstrend der ersten vier Monate 2016 hielt somit nicht an. Vielmehr sank der Indikator ab Mai (27,6 Zähler) wieder kontinuierlich ab.

Polen: Konjunktur- und Einkommenserwartung sinken, Anschaffungsneigung steigt

Das Wirtschaftswachstum in Polen hat sich etwas abgeschwächt und lag im dritten Quartal bei 2,2 Prozent. Die Konjunkturerwartung der Verbraucher verlor im vierten Quartal. Während der Indikator im September noch bei 23,7 Zählern stand, fiel er bis Dezember um 7,1 Punkte auf 16,6 Zähler.

Die Einkommenserwartung erreichte im September mit 42,7 Zählern den höchsten Wert seit fast zehn Jahren (November 2007: 43 Punkte). Im vierten Quartal konnte der Indikator dieses hohe Niveau nicht halten und verlor 12,8 Punkte. Im Dezember standen 29,9 Zähler zu Buche.

Während die Konjunktur- und Einkommenserwartung der polnischen Verbraucher im vierten Quartal spürbar zurückgingen, konnte die Anschaffungsneigung deutliche Zugewinne verzeichnen. Gründe für diese positive Entwicklung sind sicherlich die guten konjunkturellen Vorgaben, die historisch niedrige Arbeitslosigkeit von nur 6,2 Prozent im dritten Quartal 2016 sowie die historisch niedrigen Zinsen, die den Kauf von teuren und werthaltigen Produkten und Dienstleistungen begünstigen. Im Oktober stieg die Anschaffungsneigung mit 27,2 Zählern auf den höchsten Wert seit August 2008 (30,7 Zähler). Im Dezember fiel der Indikator zwar wieder – auf 20,8 Zähler. Im Vergleich zu September bedeutet dies aber immer noch ein Plus von 9,3 Punkten. Im Dezember 2015 stand der Indikator 14,7 Punkte niedriger.

Tschechien: Einkommenserwartung auf Rekordniveau

Das tschechische Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal dieses Jahres um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das ist zwar das niedrigste Wachstum seit dem ersten Quartal 2014. Die tschechischen Verbraucher sind nach wie vor aber sehr optimistisch, wie sich die Wirtschaft in den nächsten Monaten entwickeln wird. Die Konjunkturerwartung der Tschechen lag im Dezember mit 36,8 Zählern 9,4 Punkte höher als vor einem Jahr und 0,4 Punkte höher als noch im September.

Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung ist auch die Arbeitslosenquote weiterhin sehr niedrig. Im November lag sie laut Europäischer Kommission bei 4,0 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit über 20 Jahren (drittes Quartal 1996: 3,9 Prozent) und derzeit auch der niedrigste Wert in der EU. Die tschechischen Verbraucher gehen daher nach wie vor von deutlich steigenden Einkommen in den nächsten Monaten aus. Der entsprechende Indikator lag im Dezember bei 58,1 Zählern. Das sind 6 Punkte mehr als im September und der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen 1995.

Die Anschaffungsneigung der Tschechen stieg im Oktober mit 31,6 Zählern auf den höchsten Wert seit Mai 2007 (32 Punkte). Im Dezember fiel der Indikator allerdings wieder deutlich – auf 21,5 Zähler. Das sind 5,7 Punkte weniger als im September und 0,9 Punkte weniger als im Dezember 2015.

Slowaken rechnen mit höheren Löhnen

Dank guter Wirtschaftsdaten schätzten die slowakischen Verbraucher im vierten Quartal auch die weitere Entwicklung der Konjunktur positiv ein. Die Konjunkturerwartung lag im Dezember mit 28,2 Zählern zwar 0,4 Punkte niedriger als noch im September, aber genau 5 Punkte höher als im Vorjahreszeitraum.

Die Arbeitslosigkeit ist in der Slowakei mit 9,5 Prozent im dritten Quartal zwar relativ hoch, allerdings sank sie in den vergangenen Quartalen kontinuierlich. Diese Entwicklung schlägt sich auch in der Einkommenserwartung der Slowaken nieder. Der Indikator stieg seit September um 2,2 Punkte auf 32,2 Zähler im Dezember.

Eine niedrigere Arbeitslosigkeit bedeutet mehr Jobs und somit höhere Einkommen für die Bevölkerung. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Niveau bei der Anschaffungsneigung. Sie stieg von September bis Dezember um 2,3 Punkte auf 15,9 Zähler. Damit lag der Indikator 11,5 Punkte über dem Vorjahreswert. Im mehr Verbraucher sind somit der Meinung, dass es aktuell geeignet ist, größere Anschaffungen zu tätigen.

Slowenien: Anschaffungsneigung auf 10-Jahres-Hoch

Während die Konjunkturerwartung der slowenischen Verbraucher in den ersten drei Monaten des Jahres von +15,1 auf -10,3 Zähler um über 25 Punkte regelrecht einbrach, konnte sich der Indikator im Laufe des Jahres wieder stabilisieren. Von September bis Dezember stieg der Indikator um 8,1 Punkte und lag mit 14,2 Zählern nur noch 0,9 Punkte unter seinem Vorjahreswert.

Das slowenische BIP hat sich im dritten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,5 auf 3,0 Prozent verdoppelt. Die Arbeitslosenquote geht seit drei Jahren kontinuierlich zurück: Im dritten Quartal 2016 fiel sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,2 Prozentpunkte (von 9,0 auf 7,8 Prozent). Aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung gehen die Slowenen davon aus, dass ihre Einkommen in den kommenden Monaten weiter steigen werden. Die Einkommenserwartung der Verbraucher stieg dementsprechend im vierten Quartal um 2,1 Punkte auf 20,0 Zähler. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steht allerdings ein Minus von 6,6 Punkten zu Buche.

Die Annahme, in den nächsten Monaten mehr Geld zur Verfügung zu haben, wirkt sich auch positiv auf die Anschaffungsneigung aus. Im Oktober stieg der Indikator auf 10,8 Zähler. Das war der höchste Wert seit zehn Jahren (Oktober 2007: 11,3 Zähler). Zum Ende des Jahres sank der Indikator zwar auf 7,3 Zähler. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies aber ein deutliches Plus von 8,5 Punkten. Ebenfalls das erste Mal seit zehn Jahren lag der Indikator damit zehn Monate in Folge im positiven Bereich.

Bulgarien: Einkommenserwartung auf höchstem Stand seit über neun Jahren

In Bulgarien entwickelt sich die Wirtschaft weiter positiv. Das Bruttoinlandsprodukt wächst seit eineinhalb Jahren pro Quartal um mehr als 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Doch offenbar traut die Bevölkerung dem Wirtschaftswachstum noch nicht wirklich. Zwar entwickelte sich die Konjunkturerwartung seit Oktober 2014 kontinuierlich nach oben. Allerdings lag der Indikator Ende 2016 mit 0,9 Zählern nur marginal im positiven Bereich. Im November erreichte er mit 1,6 Punkten allerdings den höchsten Wert seit Februar 2011.

Eine positive Entwicklung zeichnet sich auch bei der Einkommenserwartung ab. Der zugehörige Indikator lag zum Jahresende bei 19,7 Punkten, dem höchsten Wert seit Juni 2007 (21,3 Punkte). Das sind 7 Punkte mehr als noch im September und ein Plus von 15,8 Zählern im Vergleich zu Dezember 2015.

Auch die Anschaffungsneigung der Bulgaren entwickelte sich 2016 sehr positiv. Im vierten Quartal stieg der Indikator um gut 9 Punkte auf 30,2 Zähler im Dezember. Das sind 23,8 Punkte mehr als ein Jahr zuvor und der höchste Wert seit September 2008 (45,9 Punkte). Grund dafür ist sicherlich auch die niedrige Arbeitslosenquote, die die europäische Kommission mit 7,5 Prozent so niedrig bemisst, wie seit dem dritten Quartal 2009 nicht mehr (7,1 Prozent). Weniger Arbeitslose bedeuten mehr Jobs und damit mehr sicheres Einkommen für die Bevölkerung. Das gibt Sicherheit, wenn man große und werthaltige Anschaffungen plant.

Rumänien: schwache Konjunkturerwartung trotz guter Wirtschaftsdaten

Obwohl die Wirtschaft in Rumänien im vergangenen Jahr deutlich gewachsen ist, sank die Konjunkturerwartung der rumänischen Verbraucher im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,6 Punkte und lag im Dezember bei 3,0 Zählern. Ein Jahr zuvor verzeichnete der Indikator noch 10,6 Zähler.

Die Einkommenserwartung der Verbraucher ging im vierten Quartal nur leicht zurück. Der Indikator sank im Vergleich zu September um 1,4 Punkte auf 19,4 Zähler im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt gewann er aber 4,5 Punkte hinzu. Das insgesamt gute Niveau ist auch auf die Arbeitslosenquote zurückzuführen. Sie lag laut Europäischer Kommission mit 5,9 Prozent so niedrig wie seit acht Jahren nicht mehr (viertes Quartal 2008: 5,7 Prozent).

Im März vergangenen Jahres erreichte die Anschaffungsneigung mit 3,5 Punkten erstmals seit Oktober 2008 den positiven Bereich. Bis November stieg der Indikator kontinuierlich bis auf 10,5 Zähler (höchster Wert seit August 2008). Zum Jahresende hin verlor er jedoch deutlich um 12,5 auf -2 Punkte.

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(Quelle/Autor: GfK)

 

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